Mehr über flouq

Inklusion

Inklusion steht bei flouq am Anfang — nicht am Ende.

flouq entstand aus einer konkreten Erfahrung: als Mutter von drei Söhnen, darunter Félix, der mit einem Mosaik-Down-Syndrom lebt, habe ich lange nach Bildungsangeboten gesucht, die wirklich für alle Kinder gedacht waren — nicht nur auf dem Papier.

Was ich fand, waren zwei getrennte Welten: Regelangebote — fast immer leistungsorientiert und exklusiv —, in denen Félix am Rand stand, und wenige, überfüllte Sonderangebote mit geschlossenen Wartelisten, in denen seine Brüder keinen Platz hatten. Dazwischen: kaum etwas.

flouq ist der Versuch, diesen Zwischenraum mit Substanz zu füllen.

Menschliche Vielfalt als Reichtum

Wir denken Menschen nicht in festen Kategorien. 

Jede·r von uns bewegt sich auf Hunderten von Spektren gleichzeitig. Keine zwei Menschen stehen auf diesen Spektren an derselben Stelle, und niemand steht sein Leben lang am selben Punkt.

Diese Vielfalt ist für uns keine Herausforderung, die bewältigt werden muss, sondern der eigentliche Reichtum jeder Gruppe. Inklusive Bildung beginnt dort, wo wir aufhören, Kinder in „normal“ und „anders“ zu sortieren — und anfangen, die Vielfalt im Raum als Grundlage zu nutzen.

Woran wir arbeiten

flouq entwickelt sich weiter.

Ein einheitliches, fertiges Konzept gibt es bewusst nicht — inklusive Bildung ist für uns ein fortlaufender Lern- und Gestaltungsprozess, gemeinsam mit den Kindern, Familien und Einrichtungen, mit denen wir zusammenarbeiten.

Was sich aus unserer Praxis bisher als tragend erwiesen hat, lässt sich in wenigen Grundhaltungen beschreiben:

Eine fragende Haltung

Gemeinsam suchen, nicht Wissen vorführen.

Unabhängig von Alter, Hintergrund oder Vorwissen der Teilnehmenden — und unabhängig davon, wie viel wir selbst zu einem Thema wissen — begleiten wir den Prozess fragend, nicht belehrend. 

Inklusive Bildung heißt für uns auch, den eigenen Wissensvorsprung nicht zum Maßstab zu machen,
sondern den Raum für gemeinsames Suchen, Staunen und Entdecken offenzuhalten.

 

Wir beginnen bei den Kindern, nicht beim Programm.

Jeder Workshop wird ausgehend von der konkreten Gruppe gedacht — wer kommt, was bringt jede·r mit, was braucht es heute. 

Es gibt kein Angebot, das ohne Anpassung einfach „abgespult“ wird.

Mehrere Eingänge statt einer einzigen Anweisung. 

Eine Aktivität lässt sich bei uns über Sinne, Bewegung, Beobachtung oder Sprache betreten. Kinder müssen nicht sprechen, um teilzunehmen, und sie müssen nicht eine bestimmte Reihenfolge einhalten, um zu verstehen.

Wo der Mensch respektiert wird, Punkt.

Freie Rhythmen Wir setzen keine Zeittakte durch. Wer länger schaut, länger tastet, länger überlegt, darf das tun. Wer schneller ist, findet nächste Schritte.

Ein Rückzugsort gehört dazu.
In unseren Formaten ist immer ein Platz vorgesehen, an dem ein Kind eine Pause machen, beobachten oder einfach sein kann, ohne aus der Gruppe herauszufallen.

Kein einheitliches Ergebnis, keine Rangfolge. Wir arbeiten nicht auf ein erwartetes "richtiges" Endprodukt hin und vergleichen die Arbeiten der Kinder nicht miteinander. Was am Ende entsteht, ist so vielfältig wie die Gruppe, die es gemacht hat.